April 2008


Lili Marleen

Gestern kam im ZDF im Rahmen der Reihe ZDF-History unter dem Titel "Mythos Lili Marleen" ein Beitrag über dieses wohl populärste Lied während des 2. Weltkrieges. Das Lied kenne ich natürlich, aber die Entstehungsgeschichte war mir vollkommen unbekannt.

Der Text des Liedes stammt von dem hamburger Schriftsteller Hans Leip. Er schrieb das Gedicht angeblich  Anfang April 1915, während seiner letzten Wache vor der Kaserne, in der stationiert war - kurz vor seinem Abmarsch zur russischen Front. Zunächst veröffentlichte er nur vier der insgesamt fünf Strophen. Die fünfte gab er erst 1937 frei, als das Gedicht in der kleinen Sammlung "Die kleine Hafenorgel" erschien. 1938 vertonte dann der Komponist Norbert Schulze das Gedicht. Dies war bereits der dritte Versuch. Die ersten beiden Versuche stammten von Hans Leip selbst und von Rudolf Zink. Zunächst fand Norbert Schulze jedoch keinen Verleger für dieses Lied. Von 30 verschickten Probeexemplaren kamen nach seinen Angaben alle bis auf eines zurück. Nicht zurück kam das Exemplar, das er an Lale Andersen geschickt hatte. Und so wurde das Stück im August 1939 von der Firma Electrola unter dem Titel "Lied eines jungen Wachpostens" auf Schallplatte herausgebracht. Zunächst war es allerdings ein ziemlicher Ladenhüter. Erst nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Jugoslawien 1941 sollte sich dies ändern. Nach der Einrichtung des Soldatensenders Belgrad herrschte zunächst Knappheit an deutschen Schallplatten. Um diese Situation zu verbessern stellte der Reichssender Wien Platten aus seinem Bestand zur Verfügung - vorzugsweise Ladenhüter, was halt so im Archiv verstaubte und entbehrlich schien. Das "Lied eines jungen Wachpostens" wurde zum Erkennungslied des Senders und jeden Abend um kurz vor zehn ausgestrahlt. Da der Sender im Kurzwellenband sendete, verfügte er über eine hohe Reichweite und war von Tripolis (Nordafrika) bis Narvik (nördlich des Polarkreises) zu empfangen. Nun entwickelte sich das Lied zum Kassenschlager. Es wurde zur ersten deutschen Schallplatte deren Verkaufszahlen die Millionengrenze überschritt.  weiterlesen ...



Inflation

Beim Lesen dieses Beitrags über die Weltwirtschaftskrise und dem Stichwort "Inflation" ging mir durch den Kopf, was unsere Großeltern in kurzer Zeit so alles durchgemacht... ja, durchlitten haben. Meine Großväter waren Jahrgang 1901 und 1906, d.h. bei Ausbruch des 1. Weltkriegs war der eine gerade 13 Jahre alt, der andere 8. Die verheerende Inflation, die - nur wenige Jahre nach dem verlorenen Krieg - die Ersparnisse von Millionen Deutschen (aber auch Österreichern und Ungarn) vernichtete, erlebten sie mit Anfang 20, bzw. als 15-jähriger Teenager (wie man heute sagen würde). Ich erinnere mich noch an die Erzählungen des älteren, dass er auf dem Höhepunkt der Inflation sein Gehalt täglich ausgezahlt bekam und auf dem Heimweg gekauft hat, was es gerade an Lebensmitteln gab, weil das Geld schon am nächsten Tag an Wert verloren hatte. Vorzugsweise wurden solche Sachen gekauft, die sich länger hielten - Ölsardinen sind mir noch in Erinnerung geblieben.

Aber wie lief das eigentlich ab mit der Inflation?  weiterlesen ...